DLRG OG Mechernich sorgt für Sicherheit beim Schwimmunterricht

29 Lehrer weisen Rettungsfähigkeit nach - erster Kurs in dieser Größe


„Jederzeit muss ein Lehrer 3,40 Meter abtauchen können“, stellt Hans-Peter Jansen gleich zu Beginn klar. Das gilt zumindest für die Lehrer, mit denen Jansen sich an diesem Sonntagmorgen um 8 Uhr im Bad der Freizeitanlage Zikkurat in Firmenich trifft. 29 auf einmal – so viele Anmeldungen hatte es noch nie für einen solchen Kurs gegeben.

Sie alle wollen ihre Schüler zum Schwimmunterricht im Sportbecken der Eifel-Therme-Zikkurat begleiten. Dazu brauchen sie eine Bescheinigung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) – die so genannte Kleine Rettungsfähigkeit, wenn sie einzig den Nichtschwimmerbereich beaufsichtigen wollen, die Große Rettungsfähigkeit, um Schutzbefohlene auch aus 3,40 Tiefe bergen zu können.

Bis sie diesen Nachweis für die kommenden vier Jahre bekommen, müssen die 29 Lehrerinnen und Lehrer eine Reihe von praktischen Übungen und eine theoretische Schulung bestehen. Auf die Theorie legt die Ortsgruppe Mechernich besonderen Wert: „Wir bearbeiten intensiv Verkehrssicherheit und Aufsichtspflichten“, sagt Hans-Peter Jansen. Eineinhalb Stunden haben die Mechernicher Lebensretter dafür eingeplant.

Doch vorher kommt die Praxis: Beobachtet von einem halben Dutzend Ausbildern der DLRG springen die ersten Teilnehmerinnen zum 200-Meter-Zeitschwimmen ins 28-Grad warme Wasser des Sportbeckens. In 7 Minuten müssen Stefanie Zerres und Tanja Koch von der Katholischen Grundschule Mechernich wieder am Startblock sein. Beide schaffen es, sind sich aber uneins darüber, ob das anstrengend war: „Schon“, findet die eine Grundschulpädagogin, „eher nicht“, urteilt die Kollegin.

Mit ihrem ersten Kurs für eine Lehrergruppe in Schulklassenstärke ist die Ortsgruppe Mechernich der DLRG Vorreiter in der Region. „In dieser Größenordnung ist das noch nie da gewesen,“ sagt Christian Mundt, der stellvertretende Ausbildungsleiter. Werbung und Aufklärung in Schulen brachte so viele Pädagogen an diesem Sonntagmorgen in die Eifel-Therme. Denn vielen war bis zum Besuch vom DLRG nicht klar, dass Große und Kleine Rettungsfähigkeit alle vier Jahre aufgefrischt werden müssen.

Und noch eine Premiere: Zwei Mitglieder der Anfang Februar 2009 gegründeten Schülerredaktion des Gymnasiums am Turmhof in Mechernich haben heute ihren ersten Recherchetermin und befragen Teilnehmer des Kurses. Künftig wollen sie regelmäßig über die Arbeit der Mechernicher DLRG berichten.

Eine der Interviewten ist Barbara Prawdzik von der Realschule Mechernich. Sie ist allein für den theoretischen Teil ins Schwimmbad nach Firmenich gefahren. Eine Erkältung zwingt sie, vom Beckenrand zu beobachten, wie ihre Kollegen das 10-Meter-Streckentauchen meistern: „Mit Erkältung kann man keinen Druckausgleich im Ohr machen.“ Deshalb will sie ihre Große Rettungsfähigkeit bei einer der regulären Trainingseinheiten der DLRG am Montagabend beweisen. „Wenn man will, ist das alles locker machbar. Die meisten von uns haben ja auch sportliche Vorbildung.“

Ursprünglich hatten sich 13 der 29 Angemeldeten die Kleine Rettungsfähigkeit vorgenommen – am Ende des Kurses erwerben alle ausnahmslos die Große. „Und wir haben bei keinem ein Auge zugedrückt“, sagt Jansen hinterher. Seine Tagesbilanz, nachdem auch der theoretische Teil am frühen Sonntagnachmittag bewältigt ist: „Wir hatten eine lockere Kursatmosphäre und hinterher nur positive Kommentare.“ Viele Lehrerinnen und Lehrer fragten auch nach einem weiterführenden Kurs zum Rettungsschwimmabzeichen in Silber. Die Ortsgruppe Mechernich richtet prompt einen solchen Kurs ein – er startet am 2. April 2009.